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1. EINLEITUNG

Geglättete und gefilzte Putzoberflächen werden im Innenbereich
sehr häufig ausgeschrieben und ausgeführt. Sie dienen
als Untergrund für Anstriche/ Beschichtungen oder Wandbekleidungen.(In der Schweiz wird eine geglättete Putzoberfläche
als Weissputz bzw. Einschichtweissputz bezeichnet.)

Oftmals sind die vom Auftraggeber gewünschten abgezogenen,
geglätteten oder gefilzten Putzoberflächen sowie die
geforderten Ebenheitstoleranzen in den Leistungsverzeichnissen
nicht ausreichend beschrieben. Beispielsweise werden
verwendet. Mit solchen Begriffen wird nicht exakt beschrieben,
welche Oberflächengüte bzw. Oberflächenqualität der
Auftraggeber letztendlich erwartet.

In der Praxis werden häufig für unterschiedliche Eigenschaften,
subjektiv Maßstäbe angesetzt, die sich neben der Ebenheit
vor allem an optischen Merkmalen, z. B. Streiflicht zur Putzoberfläche,
orientieren.

Die handwerklichen Grenzen der Ausführungsmöglichkeiten
in den unterschiedlichen Qualitätsstufen und die Zeitabfolge
sind in der Planung zu berücksichtigen.

Dieses Merkblatt gibt Hilfestellungen zur Ausschreibung,
Verarbeitung und Beurteilung von Putzoberflächen im
Innenbereich.

2. VORBEREITUNG UND VORBEHANDLUNG DES PUTZGRUNDES

Die Putzgrundvorbereitung und -vorbehandlung haben wesentlichen Einfluss auf die Qualität der Oberfläche. Unter anderem sind deshalb z.B. Schlitze, Fehlstellen, größere Fugen vor dem Verputzen mit geeignetem Mörtel zu schließen. Diese, vor dem
Verputzen durchzuführenden Maßnahmen des Verschließens
von Schlitzen, Aussparungen, Fehlstellen im Mauerwerk, Beton
oder Gips-Wandbauplatten sowie Auftragen von Haftbrücken oder Aufbrennsperren (Grundierungen) als Untergrundvorbehandlung u. ä. sind besonders zu vergütende Leistungen [1], [2]. Eventuell notwendige Standzeiten sind zu beachten.

3. ABGEZOGENE PUTZE

Q1

3.1 Einfache Putze, Qualitätsstufe 1 (Q1)

Für Oberflächen von Putzen an die keine Anforderungen
(z. B. Optik, Ebenheit) gestellt werden, ist eine geschlossene
Putzfläche (Bestich, Rapputz) ausreichend.

Bei einlagigen Putzen sind vereinzelte Schwindrisse oder
geringer Fugeneinfall bei inhomogenem Putzgrund nicht
ganz auszuschließen.

Q2

3.2 Abgezogene Putze, Qualitätsstufe 2 (Q2 - abgezogen), [Standard]


Für Oberflächen von Putzen / Unterputzen, an die keine optischen
Anforderungen, aber Standardanforderungen an die
Ebenheit [2], [3], [4] gestellt und vertraglich vereinbart
werden, ist ein abgezogener Putz ausreichend.

Diese Oberfläche ist geeignet z. B. für:
· Dekorative Oberputze > 2,0 mm 
· Wandbeläge aus Keramik, Natur- und Kunststein, etc.

Abgezogene Putze sind einlagig oder auch mehrlagig auf
ggf. vorbehandeltem Untergrund auszuführen. Eine ebene
Putzoberfläche wird nach dem Putzauftrag durch Abziehen
und Ausrichten des Putzes erreicht. Als Untergrund für
Fliesen-, Natursteinbeläge u. ä., darf die Oberfläche nicht
verdichtet, z. B. gefilzt oder geglättet, werden.

Q3

3.3 Eben abgezogene Putze, Qualitätsstufe 3 (Q3 - abgezogen)

Für Oberflächen von Putzen / Unterputzen), an die keine
optischen Anforderungen, aber erhöhte Anforderungen an
die Ebenheit [2], [3], [4] gestellt und vertraglich vereinbart
werden, ist ein eben abgezogener Putz notwendig.

Diese Oberfläche ist geeignet z. B. für:
· Dekorative Oberputze > 2,0 mm* 
· Wandbeläge aus Fein-Keramik, großformatige Fliesen,
  Glas, Natur- und Kunststein, etc.

Zur Erzielung erhöhter Anforderungen an die Ebenheit sind
Unterputzprofile oder Putzleisten einzusetzen. Das Anbringen
von Unterputzprofilen oder Putzleisten ist eine besonders zu
vergütende Leistung [1], [2]. Zur Verwendung von Profilen
siehe [5].

Als Untergrund für Fliesen-, Natursteinbeläge u. ä., darf die
Oberfläche nicht verdichtet, z. B. gefilzt oder geglättet, werden.

* Für feinere dekorative Oberputze siehe Abschnitte 4.1 und 4.24.

4. GEGLÄTTETE PUTZE

Putze der Qualitätsstufe 1 sind in Abschnitt 3.1 behandelt.

Q2

4.1 Geglättete Putze, Qualitätsstufe 2 (Q2 - geglättet), [Standard]

Diese Oberfläche entspricht der Standardqualität und genügt
den üblichen Anforderungen an Wand- und Deckenflächen.

Putzoberflächen der Qualitätsstufe 2 sind geeignet für:
· Dekorative Oberputze > 1,0 mm
· mittel- bis grobstrukturierte Wandbekleidungen, z. B. Raufasertapeten
  (Körnung RM oder RG nach DIN 6742)
· matte, gefüllte Anstriche/Beschichtungen (z.B. Dispersionsanstrich),
  die mit grober Lammfell- oder Strukturrolle aufgetragen
  werden.

Wird die Qualitätsstufe 2 (geglätteter Putz) gewählt, sind
vereinzelte Abzeichnungen, wie z. B. Traufelstriche, nicht
auszuschließen. Schattenfreiheit bei Streiflicht kann mit
dieser Ausführung nicht erreicht werden. Geglättete Putze
können ein- oder zweilagig auf ggf. vorbehandeltem
Putzgrund ausgeführt werden.

4.1.1 Einlagige Ausführung (Q2 - geglättet)

Einlagig geglättete Putze werden vorzugsweise als Gipsputze
oder gipshaltige Putze auf ggf. vorbehandeltem Putzgrund
ausgeführt.

Ein standardmäßig geglätteter Gipsputz wird wie folgt ausgeführt:
Nach dem Putzauftrag erfolgen das Abziehen und
das Ausrichten des Putzes. Zusätzlich erfolgt das Filzen des
Putzes; die so aufgeschlämmte Fläche wird anschließend
geglättet.

In der Schweiz wird häufig die Putzfläche nach dem Ausrichten
mit noch nicht abgebundenem Gipsmörtel geglättet.

4.1.2 Zweilagige Ausführung (Q2 - geglättet)

Auf einen planeben, rau abgezogenen, abgebundenen Unterputz
aus Gips-, Gipskalk-, Kalkgips-, Kalk- oder Kalkzementputz
kann, ggf. nach Vorbehandlung, zum Glätten eine geeignete
Putzglätte aufgetragen werden.

Q3

4.2 Geglättete Putze, Qualitätsstufe 3 (Q3 - geglättet)

Die Qualitätsstufe 3 entspricht erhöhten Anforderungen an
die Putzoberfläche und ist durch zusätzliche, über die Standardqualität (Q2 - geglättet) hinausgehende, Maßnahmen zu erreichen.

Putzoberflächen der Qualitätsstufe Q3 - geglättet sind
geeignet für:
· Dekorative Oberputze < 1,0 mm
· fein strukturierte Wandbekleidungen
· matte, fein strukturierte Anstriche/Beschichtungen.

Die Qualitätsstufe 3 beinhaltet alle Ausführungen der Qualitätsstufe
2. Zusätzlich wird in einem weiteren Arbeitsgang
die Putzoberfläche entweder mit einem Glättgang oder mit
einem Glättputzauftrag überarbeitet.

Bearbeitungsspuren, wie z. B. Traufelstriche, werden weitgehend
vermieden. Auch bei der Qualitätsstufe 3 sind bei
Streiflicht sichtbar werdende Abzeichnungen nicht ganz
auszuschließen. Grad und Umfang solcher Abzeichnungen
sind gegenüber dem Standart Q2 - geglättet geringer.

Q4

4.3 Geglättete Putze, Qualitätsstufe 4 (Q4 - geglättet)

Die Qualitätsstufe 4 entspricht höchsten Anforderungen an die Putzoberfläche und ist durch zusätzliche, über Q3 - geglättet hinausgehende, Maßnahmen zu erreichen.

Der Putz muss erhöhten Anforderungen an die Ebenheit entsprechen.
Zum Erreichen erhöhter Anforderungen an die Ebenheit
sind im allgemeinen Unterputzprofile oder Putzleisten
einzusetzen. Ggf. sind diese nach dem Auftrag des Unterputzes
zu entfernen und materialgleich zu ersetzen. Das
Anbringen von Unterputzprofilen oder Putzleisten ist eine
besonders zu vergütende Leistung [1]. Zur Verwendung von
Profilen siehe [5].

Putzoberflächen der Qualitätsstufe Q 4 - geglättet, sind geeignet für glatte oder strukturierte Wandbekleidungen mit Glanz, z. B.:

· Metall, Vinyl- oder Seidentapeten
· Lasuren oder Anstriche/Beschichtungen bis zum mittleren
  Glanz
· Spachtel- und Glättetechniken.

Die Qualitätsstufe 4 beinhaltet alle Ausführungen der Qualitätsstufe
3 sowie zusätzlich ein vollflächiges Überarbeiten
der Oberfläche mit einem geeigneten Spachtel- oder Glättputzmaterial.

Eine Oberflächenbehandlung der Qualitätsstufe 4, die sehr
hohe Anforderungen erfüllt, minimiert die Möglichkeit von
Abzeichnungen. Soweit Lichteinwirkungen (z.B. Streiflicht)
das Erscheinungsbild der fertigen Oberfläche beeinflussen
können, werden unerwünschte Effekte, z.B. wechselnde
Schattierung der Oberfläche, weitgehend vermieden. Sie
lassen sich nicht völlig ausschließen, da Lichteinflüsse in
einem weiten Bereich variieren und nicht eindeutig erfasst
und bewertet werden können.

Grundsätzlich müssen die Beleuchtungsverhältnisse, wie sie
bei der späteren Nutzung vorgesehen sind, bekannt sein.
Zweckmäßigerweise sollen sie bereits zum Verputzzeitpunkt
vorhanden sein.

Darüber hinaus sind die handwerklichen Grenzen der Ausführung
vor Ort zu beachten. Putzflächen, die auch bei
Einwirkung von Streiflicht absolut eben und schattenfrei
erscheinen, sind handwerklich nicht ausführbar.

In Einzelfällen kann es erforderlich sein, dass in Verbindung
mit Beschichtungs- und Klebearbeiten weitere Maßnahmen
(z. B. mehrmaliges Spachteln und Schleifen) zur Vorbereitung
der Oberfläche für die Schlussbeschichtung notwendig sind,
z. B. für:
· glänzende Beschichtungen
· Lackierungen
· Lacktapeten.

5. GEFILZTE PUTZE

Filzputze können ein- oder zweilagig auf ggf. vorbehandeltem
Putzgrund ausgeführt werden. Je nach Material und Bearbeitung
können unterschiedliche Qualitätsstufen erreicht werden.

Putze der Qualitätsstufe 1 sind in Abschnitt 3.1 behandelt.

Q2

5.1 Gefilzte oder abgeriebene Putze, Qualitätsstufe 2 (Q 2 - gefilzt oder Q 2 - abgerieben) [Standard]

Diese Oberfläche entspricht der Standardqualität und genügt
den üblichen Anforderungen an Wand- und Deckenflächen.

Gefilzte oder abgeriebene Putzoberflächen der Qualitätsstufe 2
sind geeignet für:
· matte, nicht strukturierte Anstriche/Beschichtungen.

Abgeriebene Putzoberflächen der Qualitätsstufe 2 sind auch
geeignet für:
· grobstrukturierte Wandbekleidungen, z. B. Raufasertapeten (Körnung RG nach DIN 6742)

Einlagiger Filzputz (Gipskalk-, Kalkgips-, Kalkzement- oder
Zementputz) wird wie folgt ausgeführt:
Nach dem Putzauftrag, dem Abziehen sowie dem Ausrichten
des Putzes erfolgt das Filzen.

Einlagig abgeriebener Putz (Kalk- und Kalk-Zementputz)
wird wie folgt ausgeführt:
Nach dem Putzauftrag, dem Abziehen sowie dem Ausrichten
des Putzes erfolgt das Abreiben.

Bei dieser Qualitätsstufe sind vereinzelte Abzeichnungen, wie
z. B. strukturlose Stellen, Bearbeitungsspuren, kleinere Unebenheiten,
Kornanhäufungen nicht auszuschließen. Schattenfreiheit
bei Streiflicht kann mit dieser Ausführung nicht erreicht
werden. Leicht unterschiedliche Putzstrukturen sind
trotz Grundierungen oder Aufbrennsperren nicht zu vermeiden.

Bei einlagigen Putzen sind vereinzelte Schwindrisse oder geringer
Fugeneinfall bei inhomogenem Putzgrund nicht ganz
auszuschließen.

Q3

5.2 Gefilzte Putze, Qualitätsstufe 3 (Q 3 - gefilzt)

Diese Oberfläche entspricht einer höheren Anforderung als
die Standartqualität Q 2 - gefilzt.

Putzoberflächen der Qualitätsstufe 3 sind geeignet für:
· matte, nicht strukturierte Anstriche/Beschichtungen.
Filzputz (Gipskalkputz, Kalkgipsputz, Kalkputz, Kalkzementputz
oder Zementputz) wird wie folgt ausgeführt:
Nach dem Putzauftrag, dem Abziehen erfolgt das Ausrichten
des Putzes.

Bei gipshaltigen Putzen erfolgt die Oberflächenstrukturierung
üblicherweise durch Vor- und Nachfilzen.

Bei Kalk-, Kalkzement- und Zementputzen wird im Allgemeinen
eine zweite Putzlage auf den Unterputz aufgezogen
und gefilzt.

Wird die Qualitätsstufe 3 gewählt, muss die Filzstruktur im
jeweiligen Strukturbild gleichmäßig sein. Kornanhäufungen
oder strukturlose Stellen sind nur vereinzelt zulässig. Der
Gesamteindruck der Filzputz-Oberfläche darf nicht gestört
sein. Schattenbildung bei Streiflicht kann mit dieser Ausführung
nicht völlig ausgeschlossen werden.

Q4

5.3 Gefilzte Putze, Qualitätsstufe 4 (Q 4 - gefilzt)

Die Qualitätsstufe 4 entspricht höchsten Anforderungen an
die gefilzte Putzoberfläche und ist nur durch zusätzliche,
über Q 3 hinausgehende, Maßnahmen zu erreichen.

Qualitätsstufe 4 wird nur durch Aufbringen einer zusätzlichen
Lage aus Dekor-Filzputz, ggf. mit Anstrich/Beschichtung, erreicht.
Der Unterputz muss mindestens der Qualitätsstufe 3
von eben abgezogenen Putzen und erhöhten Anforderungen
an die Ebenheit entsprechen.

Zum Erreichen erhöhter Anforderungen an die Ebenheit sind
im Allgemeinen Unterputzprofile oder Putzleisten einzusetzen.
Gegebenenfalls sind diese nach dem Auftrag des Unterputzes
zu entfernen und materialgleich zu ersetzen. Das Anbringen
von Unterputzprofilen oder Putzleisten ist eine besonders zu
vergütende Leistung [1], [2]. Zur Verwendung von Profilen
siehe [5].

Wird die Qualitätsstufe 4 gewählt, muss die Filzstruktur im
jeweiligen Strukturbild absolut gleichmäßig sein. Kornanhäufungen
oder strukturlose Stellen sind nicht zulässig. Der
Gesamteindruck der Putzoberfläche muss homogen sein.

Eine Oberflächenbehandlung der Qualitätsstufe 4, die sehr
hohe Anforderungen erfüllt, minimiert die Möglichkeit von
Abzeichnungen. Soweit Lichteinwirkungen (z.B. Streiflicht)
das Erscheinungsbild der fertigen Oberfläche beeinflussen
können, werden unerwünschte Effekte, z. B. wechselnde
Schattierung der Oberfläche, weitgehend vermieden. Sie
lassen sich nicht völlig ausschließen, da Lichteinflüsse in
einem weiten Bereich variieren und nicht eindeutig erfasst
und bewertet werden können.

Grundsätzlich müssen die Beleuchtungsverhältnisse, wie
sie bei der späteren Nutzung vorgesehen sind, bekannt sein.
Zweckmäßigerweise sollen sie bereits zum Verputzzeitpunkt
vorhanden sein.

Darüber hinaus sind die handwerklichen Grenzen der Ausführung
vor Ort zu beachten. Putzflächen, die auch bei
Einwirkung von Streiflicht absolut eben und schattenfrei
erscheinen, sind handwerklich nicht ausführbar.

6. MASSTOLERANZEN

Die Einhaltung von Toleranzen nach DIN 18201 Nr. 6.1 [6]
bzw. SIA Empf. 242/1, Art. 5 81 und 5 82 [2] bzw. SIA
414/10 [3], ist nur zu prüfen, wenn es erforderlich ist.

Damit wird ausgesagt, dass die Maßtoleranz nur dort zu kontrollieren
ist, wo dies aufgrund von Anforderungen sinnvoll
oder notwendig erscheint. Damit sind Bauteile, deren Maßabweichungen
die technische Funktion oder die optische
Gestaltung des Bauwerks nicht beeinträchtigen, nicht zwangsläufig
mangelhaft und sollen kein Anlass von Auseinandersetzungen
sein, nur weil die Genauigkeit nicht ganz der Norm
entspricht (siehe auch [3], [7] und [8]). Werden erhöhte Anforderungen an die Ebenheit von Flächen gestellt, so ist dies im Leistungsverzeichnis auszuschreiben und besonders zu vereinbaren.

Sind keine Vereinbarungen zu den Ebenheitstoleranzen getroffen,
gelten nach [1] und [2] die Standardanforderungen
(siehe auch [3], [7] und [8]).

In Verbindung mit der Qualitätsstufe 3 sollten Ebenheitstoleranzen
mit erhöhten Anforderungen vertraglich vereinbart
werden.

In Verbindung mit der Qualitätsstufe 4 müssen Ebenheitstoleranzen
mit erhöhten Anforderungen vertraglich vereinbart
werden.

Unabhängig von den geforderten Ebenheitstoleranzen sind
bei stark unebenen Putzgründen, bei denen stellenweise eine
Putzdicke von mehr als 20 mm notwendig ist, Unterputzprofile
einzubauen. Ggf. sind diese nach dem Auftrag des
Unterputzes zu entfernen und materialgleich zu ersetzen.
Das Anbringen von Unterputzprofilen oder Putzleisten ist
eine besonders zu vergütende Leistung. Zur Verwendung
von Profilen siehe [5].

7. Ausschreibungen

Entsprechend den Qualitätsstufen sind die gewünschten Putzoberflächen (geglättet, gefilzt, gerieben, abgezogen) bzw. die Oberflächengüte (Q1, Q2, Q3, Q4), erforderlichenfalls auch die Art und Ausführung, festzulegen und vertraglich zu vereinbaren.

Die Qualitätsstufe muss - bei Q2 bis Q4 - immer zusammen mit der Ausführungsart der Herstellung der Putzoberfläche (geglättet oder gefilzt oder abgerieben oder abgezogen) genannt werden, zum Beispiel: "Q2 - geglättet":

Zusätzlich sind die nachfolgenden Wandbekleidungen oder
Anstriche / Beschichtungen explizit zu nennen. Eine allgemeine
Benennung ist unzureichend!

Sind im Leistungsverzeichnis keine Angaben über die Oberflächenqualität
enthalten, so gilt stets Qualitätsstufe 2 (Q2)als vereinbart.

Ein Leistungsverzeichnis, das zur Beschreibung der gewünschten PUtzoberfläche Begriffe wie "malerfertig, streichfertig, oberflächenfertig, tapezierfertig, streiflichtfrei" o.ä. enthält, isz absolut ungeeignet, um die zu erbringende Leistung zu beschreiben. Es widerspricht der VOB/A (§9 Beschreibung der Leistung) [9] bzw. der CRB [10] wonach die Beschreibung eindeutig und erschöpfend zu erfolgen hat.

Die in diesem Merkblatt beschriebenen Qualitätsstufen (Q1, Q2, Q3 und Q4) dienen als Beispiele für die Beschreibung unterschiedlicher Eignungsqualitäten geglätteter, gefilzter, abgeriebener oder abgezogener Putzoberfläche für nachfolgende Putze, Beschichtungen oder Beläge.

Im Einzelfall sind bei der Planung und Ausschreibung die speziellen Eigenschaften der vorgesehenen Schlussbeschichtung und das Erscheinungsbild im Nutzungszustand zu berücksichtigen.

Gegebenenfalls sind Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung (z.B. Q2 - geglättet für Lasuren oder Anstriche/Beschichtungen bis zum mittleren Glanz) anzumelden und ein Nachtrag zu vereinbaren!

8. Hinweise für Planung und Ausführung

Auf eine auszureichende Belüftung der Räume nach dem Verputzen ist zu achten. Es ist sicherzustellen, dass keine Kondensatbildungen an der Putzoberfläche entstehen können.

Durch Wärmebrücken im Bereich der Randzonen der Betondecken infolge (noch) fehlender Wärmedämmung im Bereich der Deckenstirnseiten, entstehen, bei kalter Witterung, Kondensatbildung oder Frostschäden an der Putzoberfläche. Zum VErputzen bei tiefen Temperaturen siehe [11].

Ein auf den Untergrund und die spätere Beschichtung/Wandbekleidung abgestimmter Grundbeschichtungsstoff (z.B. Grundierung) ist vom Nachfolgewerk aufzubringen [12], [13], [14].

Die Literaturübersicht und Vorschläge für eine Leistungsbeschreibung finden sie in einer extra Rubrik auf unserer Seite!

   
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